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Jokers Literatur-Blog

Bücher – Medien – Kultur

Lachen ist die beste Medizin

Publiziert am 3. Mai 2013

Keine Frage, Clowns sind lustig. Alt und Jung lachen lauthals, wenn die rotnasigen, buntgewandeten Spaßmacher ihre Possen reißen. Das Prinzip ist einfach, die Wirkung groß: Alles an einem Clown ist unangemessen: die Kleidung zu groß und zu schrill, der Mund zu breit, die Nase zu knubbelig, das Verhalten tollpatschig ohne Ende. Daraus ergibt sich eine gewisse Verfremdung, die bis in die Groteske reicht. Und darüber müssen wir lachen, ob wir wollen oder nicht.

 

Der Komik der Clowns kann sich kaum jemand entziehen, so schlicht die Späße auch sein mögen. Sie ziehen uns in ihre eigene Welt und lassen uns alles andere vergessen. Kaum jemand kann sich dem Charme des dummen August entziehen, wenn er über seine riesigen Schuhe stolpert, dabei Dinge umreißt, die ihm schließlich selbst wieder auf den Kopf fallen. Man muss schmunzeln, ganz unweigerlich.

 

Diesen Effekt kann man ganz gezielt nutzen, um etwa kranken Kindern eine Freude zu machen und sie für ein paar Stunden aus ihrer traurigen Situation zu reißen. Als „CliniClowns“ oder „Clowndoktoren“ tollen die Spaßmacher durch Krankenhäuser und Kinderheime und verbreiten gute Laune. Nachweislich verbessert sich durch die Clowns das gesamte Betriebsklima und bei den kleinen PatientInnen werden die Selbstheilungskräfte angeregt.

 

Manche Clowns überschreiten sogar Grenzen. Sie gehen in Kriegs- und Krisengebiete und bringen dort Kinder und Erwachsene zum Lachen. Im Januar etwa tourten die „Clowns ohne Grenzen“, die sich analog zur Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ gegründet hat, durch das von Bürgerkriegen gebeutelte Sri Lanka und rissen traumatisierte Opfer aus ihrer Verzweiflung. Das Konzept: Durch spontanes Lachen sollen sich Blockaden lösen und die Menschen den Mut und die Kraft finden, mit ihrer belastenden Situation umzugehen.

 

Seine Wurzeln hat der Clown im englischen Theater des 16. Jahrhunderts. Dort war es üblich, in den Pausen das Publikum mit allerlei Schabernack zu unterhalten. In den Komödien des italienischen Stegreiftheaters „Commedia dell’arte“ spielten die lustigen Gesellen hingegen tragende Rollen: als Arlecchino (Harlekin, Hanswurst), Pedrolino (Pierrot) und Pulcinella.

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Im 18. Jahrhundert wurden die Spaßmacher zunehmend aus dem Theaterbetrieb verdrängt und fanden im Circus eine neue Heimat, wo sie bis heute zentraler Bestandteil des Programms sind – oft als Gespann „dummer August“ und vernünftiger Weißclown. Einige Vertreter der fröhlichen Zunft erlangten weltweiten Ruhm, etwa Charlie Rivel, Oleg Popov, der Clown Grock und die 3 Fratellinis.

Hier geht’s in die Welt der Clowns mit zahlreichen Lektüre-Tipps:

 

http://www.jokers.ch/9/clown.html?tt=1&ts=1

 

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger

Nonverbale Kommunikation mal ganz anders…

Publiziert am 1. Mai 2013

Kommunikation ist schwierig, das wissen wir alle. Grobe Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Man sagt etwas, aber es kommt ganz anders an. Warum bloß? Vielleicht weil einfach zu viele Faktoren zusammenspielen und das macht das System, nun sagen wir mal, etwas anfällig. Kommunikation ist ein kompliziertes Zusammenspiel aus verbalen Äußerungen, Mienenspiel, Gestik und Stimmungen. Wenn da ein Parameter verrutscht, gerät das ganze Netz ins Wanken.

 

Wie praktisch wäre ein einfaches Kommunikations-Tool, das unmissverständlich die Stimmung anzeigt und sämtliche Missverständnisse im Keim erstickt. Gibt es nicht? Gibt es doch! Stecken Sie sich einfach die „Necomimi“ auf den Kopf, künstliche Katzenohren aus Plüsch, die auf einer Art Haarreif sitzen und laut dem Hersteller „Neurowear“ die Hirnströme messen und in Bewegung umsetzen. Je nach Gemütszustand sind die Öhrchen also gespitzt oder angelegt und verraten somit, was Herrchen oder Frauchen gerade fühlen.

 

Da fehlt eigentlich nur noch das passende Gegenstück am Körperende als Stimmungsbarometer. Derzeit sind zwei Prototypen in Japan in der Entwicklung, „Tailly“ und „Shippo“, beides plüschige Anhängsel, die man sich mit einem Gürtel um den Bauch schnürt. Ersterer orientiert sich wie die Katzenohren an den Hirnströmen, letzterer misst die Herzfrequenz. In beiden Fällen soll das Ding wedeln, wenn die Trägerin oder der Träger freudig erregt ist. Mal eine ganz andere Art zu sagen: „Hallo, ich bin gut drauf!“

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Ob die tierischen Versatzstücke eine Bereicherung in Sachen Kommunikation sind, bleibt dahingestellt. Witzig sind sie allemal. Man kann sie ja erst mal zu Karneval testen, da fällt man weniger auf. Und wenn sich die Sache bewährt, spricht eigentlich nichts dagegen, sich mit den Sensor-Lauschern oder dem Schwänzchen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Wer sich ganz klassisch mit den Geheimnissen der Kommunikation vertraut machen möchte, wird hier fündig:

http://www.jokers.ch/9/kommunikation.html?tt=1&ts=1

 

Die Katzenohren gibt es hier:

http://www.necomimi.de/de/

 

Auf die Wedel-Elemente müssen wir leider noch etwas warten!

 

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger

Bildquelle: Margit Völtz  / pixelio.de

Feindliche Invasion

Publiziert am 12. März 2013

Jeder fussballinteressierte Mensch kennt den Verein Manchester United. Im Zeitalter des modernen Fussballs nicht nur ein simples Team sondern ein weltweit tätiges Unternehmen und eine eigene Marke. Durch den Verkauf von Aktien und das Abschliessen von Sponsorendeals werden oft mehreren hundert Millionen Euro eingenommen. Seit Jahren gehen grosse Clubs wie ManUnited, Real Madrid, FC Barcelona oder auch der FC Bayern München diesen Weg. Dadurch treten aber auch oft grosse Gefahren für die Vereine auf. Manche Anhänger protestieren gegen diese Art an Geld zu gelangen. Oft ohne Erfolg. Bis Manchester United 2005 von der amerikanischen Investorenfamilie Glazer aufgekauft wurde, was das Fass zum Überlaufen brachte.

Aber von Anfang an!

Manchester United wurde 1878 als Newton Heath L&Y von einer Gruppe Bahnhofsarbeitern gegründet. Schon bald war dieser Verein mit dem Bankrott konfrontiert. John Henry Davies, ein ortsansässiger Brauereibesitzer, rettete den Verein durch sein Investment. Er ist auch dafür verantwortlich, dass man den Verein unter seinem heutigen Namen und mit seinen heutigen Farben kennt.

Ausgangslage für die heutige finanzielle Situation der Red Devils ist der Börsengang in den 1990er Jahren, bei dem ca. 18 Millionen Pfund eingenommen wurde. Durch diesen Schritt machte sich der Verein gleichzeitig aber auch angreifbar für eine Übernahme von Aussen. Diesen Schritt wagte ein gewisser Rupert Murdoch, australischer Medienmogul, der kurz vor der Übernahme nur durch Anstrengungen der „Manchester United Supporters Trust“ (Zusammenschluss von Manchester United Fans) gestoppt werden konnte. Die Anhänger von United planten, bei einer Übernahme Murdochs einen Alternativverein zu gründen.

Zwei irische Geschäftsmänner, J.P McManus und John Magnier, erwarben in den folgenden Jahren immer mehr Anteile am Verein und hielten Anfang 2004 bereits knapp 29% von ManUnited.

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Hier kommen die Glazers ins Spiel

Der Notfallplan der United-Anhängerschaft musste leider bald wieder hervorgeholt werden. Im Jahr 2003 hielt die Glazer-Familie (Malcolm Glazer mit seinen drei Söhnen) bereits 2,9% der Vereinsanteile. Schnell folgten weitere Käufe, sodass die Glazers im Oktober 2004 knapp 30% besassen. Am 12. Mai 2005 folgte die Übernahme der Anteile von McManus und Magnier. Die United-Fans gründen jetzt den neuen Verein FC United of Manchester. Ein paar Käufe später waren die amerikanischen Investoren bereits bei 75% angelangt und somit in der Lage, die Aktiengesellschaft der Red Devils aufzulösen und von der Börse zu nehmen. Nur kurz darauf folgte der „Squeeze out“. Die Glazers besassen Manchester United zu 100%

Doch wo liegt das Problem? Die Glazer-Familie wälzte nach der Übernahme den Kaufbetrag komplett auf Manchester United ab. Dazu kommen logischerweise die Zinslasten, die im Falle Uniteds extrem hoch sind. Den Gedanken der Glazers kann man leicht folgen: Nur stückchenweise wird Geld investiert. Es werden andere Geldgeber gesucht, die den übrigen Kaufpreis als Kredit zur Verfügung stellen. Die Schulden werden aber nicht selbst bezahlt, sondern auf United überschrieben. Das Verfahren ist ebenso clever wie dreist. So macht man sich bei den englischen Fussball-Fans beliebt.

Sind die Schulden, die im Fall von Manchester United ca. 1,15 Milliarden Euro (plus Zinsen) ausmachen, erst einmal abbezahlt, folgt höchstwahrscheinlich ein erneuter Verkauf.

Wie aber kann ein Verein sportlich trotz dieser immensen finanziellen Lasten überleben? Mit Sir Alexander Ferguson. Allen Widerständen zum Trotz gewann Ferguson (welcher bereits seit über 26 Jahren im Verein als Trainer aktiv ist und durch seine hervorragende Jugendarbeit Talente wie Ryan Giggs, Garry Neville oder Paul Scholes hervorbrachte) weiter nationale Titel und die Champions League im Jahr 2008. Eine erfolglose Saison wie die in 2012, als man die Meisterschaft in der 93. Minute an den Stadtrivalen und Scheich-Club Manchester City verlor und zudem bereits früh im nationalen Pokal sowie auf internationaler Ebene versagte, kann Manchester United in Existenznöte bringen.

Börsengang in Amerika

Ein Börsengang durch die Glazer-Familie. So geschehen vor mehreren Monaten. Hört sich zunächst gut an, ändert in Wirklichkeit wenig. Durch die Unterscheidung von A- und B-Aktien behalten die Glazers selbst im Falle eines 90%igen Verkaufs die Mehrheit und das Sagen im Verein.

„Wir leben noch!“

Neben der Tatsache, dass Manchester eine Weltmarke ist und dass im schlimmsten Falle, im Falle eines Verkaufs, wohl immer ein „Abnehmer“ gefunden wird, gibt es weitere Aspekte, die den United-Fans Hoffnung machen. Als da wären: steigende Fernsehgelder, ein sehr gut laufendes Fanartikelgeschäft und nicht zuletzt eine der besten Jugendarbeiten weltweit. Trotz des feindlichen Aufkaufs durch eine amerikanische Familie steigerte ManUnited seinen Umsatz stetig von 237 auf 350 Millionen Euro (2011). Sieht man all diese Fakten und Zahlen, möchte man sich gar nicht vorstellen, wo der Verein Manchester United ohne die Glazers stehen würde.

Geschrieben von Stefan Besel

Bildquelle: edwin.11 / Wikimedia Commons

Jetzt hält zusammen, was zusammen gehört!

Publiziert am 27. Februar 2013

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Was haben wir Pippi Langstrumpf beneidet um ihr abenteuerliches Leben, ihr Pferd, ihren Koffer voller Gold, den putzigen Affen und dass sie stets machen durfte, was sie wollte – und um ihre Begegnung mit einem Landstreicher der besonderen Art. Wir erinnern uns: Bei einem Trip mit Thomas und Annika trifft der sommersprossige Wildfang in einem Abbruchhaus, in dem das Trio Zuflucht sucht, den Sonderling Konrad. Der hat nicht nur allerlei Geschichten auf Lager, sondern auch eine bahnbrechende Erfindung: Konrads Spezialkleber. Der klebt wirklich alles und das so gut, dass Pippi ihn sich kurzerhand auf die Schuhsolen schmiert und damit die Wände hochgeht. Phänomenal. Und das Tollste: Der Wunderklebstoff war offenbar so flexibel, dass er zwar haftete wie Hölle, sich aber jederzeit problemlos ablösen ließ.

So etwas wollen wir auch haben! Schon sehr nahe gekommen ist eine irische Designerin diesem Zaubermittel. Sie erfand „Sugru“, eine Art Universalklebstoff, zusammengemixt aus einer Silikonmasse und diversen Zuschlägen, über die der Mantel des Schweigens liegt. Man kann mit dem Zeug so gut wie alles kitten: die angeschlagene Teekanne ebenso wie zerschnittene Kabel oder Löcher in der Wand. Auf diese Erfindung hat die Welt gewartet – die clevere Erfinderin mit dem Zungenbrechernamen Jane Ni Dhulchaointigh heimste zahlreiche Preise ein und wurde 2010 vom amerikanischen Time-Magazine für eine der 50 besten Erfindungen gekürt.

Zwar kann man mit Sugru nahezu alle Materialien dauerhaft zusammenfügen, die keine Spülmaschine, kein Kälteeinbruch und keine Hitzewelle je wieder trennen werden und das auf einfachste Art: leicht formbar wie Knetmasse und bei Berührung mit Luft aushärtend. Doch mit Konrads Spezialkleber kann die Klebemasse nicht konkurrieren. Schließlich wollen wir von der Decke, über die wir gerade kopfüber gewandert sind, auch wieder herunterkommen und nicht dank der preisgekrönten Erfindung für immer hängenbleiben.

Gute Ideen sind also nach wie vor willkommen – hier gibt es schon mal Spannendes zum Thema Erfindungen zum Einlesen:

http://www.jokers.ch/9/erfindungen.html?tt=1&ts=1

Zur Pippi-Langstrumpf-Geschichte:

http://www.jokers.ch/3/17655955-1/dvd/pippi-langstrumpf-tv-serien-box.html

http://www.jokers.ch/3/13662939-1/buch/pippi-langstrumpf-gesamtausgabe.html

http://www.jokers.ch/3/14871956-1/buch/ur-pippi.html

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger

Bildquelle: Cjp24 / Wikimedia Commons

Faszination Premier League

Publiziert am 26. Februar 2013

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWas macht den Reiz des englischen Fußballs aus? Warum reisen Fußball-Fans von unterschiedlichsten Ländern der Welt nach England, nur um ein Fußballspiel zu sehen? Ist es der Charme der alten englischen Stadien, die Atmosphäre oder schlicht gutes Marketing?

Jeder, der einmal in einem englischen Fußballstadion war, weiß, dass es ein komplett anderes Erlebnis ist als beispielsweise in einem deutschen Fußballstadion. Die Nähe zum Spielfeld und den Spielern, die Gesänge auf den Rängen und der Charme, den die alten Gebäude versprühen, unterscheiden sich von den meisten deutschen Stadien grundlegend. Doch muss man wirklich bis nach England reisen, um ein Fußballspiel zu sehen? Der Versuch eines Vergleiches.

Die Stadien

 Zunächst ein Vergleich zwischen den Stadien der beiden Länder: Deutsche Fußballstadien sind modern, funktionell und von außen oft schön anzusehen. Beispielsweise die Fassade der Allianz Arena in München oder das moderne Schiebedach der Veltins Arena auf Schalke. Doch war man schon mal in mehreren dieser moderneren Fußballstadien, ist der anfängliche Glanz schnell verflogen: Nach kilometerlangen Parkplätzen folgt eine triste Betonwüste. Im Stadion selbst hat man angesichts der Werbeflut das Gefühl, eher als Kunde zu gelten denn als Anhänger eines Fußballvereins.

Anders auf der Insel: Stadien in England stehen nicht wie in Deutschland außerhalb der Städte nahe einer Autobahn und weit entfernt vom Stadtzentrum, sondern in der Stadt. Besucht man beispielsweise das Stadion des Everton Football Clubs, den Goodison Park in Liverpool, hat man sofort das Gefühl, dass dieses Stadion mit der Stadt und dem Club gewachsen ist. Auf den Rängen selbst ist man in der ersten Reihe nicht mehr als einen oder zwei Meter vom Spielfeldrand entfernt. Ein Erlebnis, das man in Deutschland nicht hat.

Welche Stadien sind die schönsten? Altehrwürdige Stadien (die trotzdem modern ausgebaut sind) findet man sowohl in London als auch in Manchester oder Liverpool. Das größte Club-Stadion, das Old Trafford, steht in Manchester. Eine weitere bekannte Adresse ist die über 100 Jahre alte Anfield Road in Liverpool. In London kann man neben der Heimat des Chelsea FC, der Stamford Bridge, eines der schönsten Stadien Englands bewundern, das Craven Cottage, Stadion des Fulham FC.

Die Anhänger

 Die Fan-Blöcke in Deutschland erkennt man an bunten Bannern und Fahnen, Trommeln und oftmals aufwändigen Choreografien. Stehplätze gibt es in jedem Stadion und die Stimmung ist gut. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Verschiedene Fangruppierungen halten sich nicht an die Regeln und zünden Feuerwerkskörper oder Rauchbomben. Gewalt in und um Stadien ist keine Seltenheit mehr.

Die Fankultur in England zeichnet sich im Gegensatz zur deutschen nicht durch Fahnen oder Trommeln aus, sondern durch die unvergleichlichen Gesänge der Fans. Die Gänsehautatmosphäre, wenn die Fans von Manchester United „We´ll never die“ oder die Anhänger des FC Liverpool „You´ll never walk alone“ anstimmen, findet man in kaum einem anderen Land. Doch das Mutterland des Fußballs gilt auch als das Mutterland der Hooligans! Gibt es also noch Probleme in England mit Gewalt durch Fußballfans? Kaum! Durch ein Abkommen nach der traurigen Tragödie im Heysel-Stadion, bei der 96 Fußballfans ums Leben kamen, wurden Stehplätze sowie Alkohol im und oft auch um das Stadion herum verboten. Dies wirkt sich allerdings negativ auf die Ticketpreise und auf die Stimmung bei den weniger attraktiven Begegnungen aus.

Der Fußball

 Von der grauen Maus in Europa zu einer der attraktivsten Sportligen der Welt: Die deutsche Bundesliga holt im Vergleich zur Premier League in den letzten Jahren immer weiter auf. In der UEFA 5-Jahreswertung liegen die Deutschen nur knapp hinter England. Der Spielstil hat sich gewandelt. Galt die Bundesliga früher noch als technisch schwache „Rumpelliga“, so erhält sie inzwischen von allen Seiten Lob und Anerkennung.

England ist bekannt für seine harte Spielweise und für „one-touch-football“. Ebenfalls erwähnenswert ist die Fairness, die englische Spieler und Fans gegenüber Gegnern und Schiedsrichtern an den Tag legen.

Fazit

 Ist man am englischen Fußball interessiert, lohnt sich eine Reise allemal. Besonders naheliegend ist eine Reise nach London, denn neben den großen Clubs wie Chelsea, Arsenal oder Tottenham kann man auch die Stadien von West-Ham, Fulham oder der Queens Park Rangers bestaunen. Doch auch im Nord-Westen sind mit Manchester United, Everton und Liverpool einige Top-Teams angesiedelt.

Geschrieben von Stefan Besel

Bildquelle: Peter Smola  / pixelio.de

Schnee von gestern?

Publiziert am 25. Februar 2013

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In Mitteleuropa kennen wir Schnee eigentlich nur in zwei Varianten: als Papp- und Pulverschnee. Meistens ist er lästig, da er uns getriebene Menschen am zügigen Vorwärtskommen hindert und uns schon mal die Bodenhaftung verlieren lässt. Allenfalls im Freizeitbereich ist die weiße Pracht wohlgelitten als Unterlage für Ski und Schlittschuh, gerne auch aus der Schneekanone. Dass Schnee etwas mit Kunst und Poesie zu tun haben könnte, ist weitgehend verborgen geblieben.

Die Inuit, so hört man, sollen unzählige Wörter für das weiße Zeug, das von oben herabschwebt, haben. Wer Peter Hoegs „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ gelesen hat, kennt die Legende. Wahr ist, die Völker im eisigen Norden kennen tatsächlich schwindelerregend viele Bezeichnungen für Schnee. Das liegt allerdings an ihrer besonderen Art der Sprachbildung, polysynthetisch genannt. Für Aussagen, für die wir ganze Sätze brauchen – etwa „Schnee, der auf die Wiese fällt“ – reicht in den Inuit-Sprachen ein einziges Wort.

Wie Schnee aussieht, wenn man ihn ganz nah betrachtet, hat Wilson Bentley (1865 – 1931)untersucht. Vielleicht muss man ein Kauz sein, wenn man sich so intensiv mit Schneeflocken beschäftigt, wie er es tat. Auf jeden Fall verdanken wir dem eigenbrötlerischen Sonderling aus Vermont spektakuläre Fotografien von Schneekristallen. 1885 gelang ihm unter dem Mikroskop die erste Aufnahme einer Schneeflocke und mehr als 5.000 sollten folgen. Sie mündeten 1931 in dem heute immer noch faszinierenden Werk „Snow Crystals“.

Die Schneekristalle, aufgenommen mit einer Balgen-Plattenkamera mit Spezialobjektiv, präsentieren sich als bizarre Kunstwerke, überwiegend hexagonal, daneben nadel-, säulen-, zapfen- oder plattenförmig. Sie wirken wie feine Kunstwerke, keines ist wie das andere. Neben der Flockenfotografie widmete sich Bentley, im Hauptberuf Farmer, der Schneeforschung – seine Lebensaufgabe. Er fand heraus, wie sich Schnee bei unterschiedlichen Temperaturen und Windstärken verhält. Erst nach seinem Ableben fanden seine Beobachtungen Eingang in die wissenschaftliche Forschung. Zeitlebends war der „Spinner im Schuppen“, wie Zeitgenossen den Flocken-Fotografen nannten, verkannt.

Zeit also, die weiße Pracht einmal unter einem künstlerischen Aspekt zu sehen – und mit etwas Humor. Wie sagen Spaßvögel, wenn „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ vom Himmel purzelt? Geschnitten ist es schon, es fällt nur noch…

Lust auf Schnee? Hier gibt es Anregungen:

http://www.jokers.ch/3/15803460-1/buch/tiere-in-eis-und-schnee.html

http://www.jokers.ch/3/16883558-1/buch/ab-in-den-schnee.html

http://www.jokers.ch/3/13871668-1/buch/winterberge-das-etwas-andere-wander-und-tourenbuch.html

http://www.jokers.ch/3/16106053-1/dvd/leise-rieselt-der-schnee.html

http://www.jokers.ch/3/17513924-1/buch/lust-auf-schnee-skigeschichten.html

http://www.jokers.ch/3/17159974-1/buch/huskies-schnee-und-schnelle-kufen.html

http://www.jokers.ch/3/14363261-1/buch/fraeulein-smillas-gespuer-fuer-schnee.html

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger

 

Faszination Mittelalter

Publiziert am 28. Januar 2013

Faszination MittelalterEntdecken Sie die Geheimnisse des Mittelalters!
Mächtige Herrscher und prächtige Höfe. Hexenwahn und schwarzer Tod. Minnesang und Rittertum… Tauchen Sie ein in eine der faszinierendsten Epochen der Geschichte!

Kirche, Krone und Kreuzzüge
Die Anziehungskraft des Mittelalters ist ungebrochen, bis heute fasziniert es, das «dunkle Zeitalter» mit seinen Kreuzzügen und Hexenverbrennungen, tapferen Rittern und geschundenen Bauern.

Vieles, was unser Leben prägt, ist in dieser Zeit entstanden: die kommunale Selbstverwaltung, Parlamente, der Nationalstaat. Und bis heute wirken die Kreuzzüge in der Verständigung zwischen Ost und West nach.

Bücher, Filme und Musik zum Thema finden Sie hier.

Shaun das Schaf rockt die Herde

Publiziert am 22. Januar 2013

Shaun das SchafEs ist das wohl berühmteste Schaf der Filmgeschichte – Shaun hat nichts als Unsinn im Kopf. Der wilde Wiederkäuer bringt Leben in den Stall und verbreitet Chaos auf dem Bauernhof. Vor allem aber bringt Shaun den Hütehund Bitzer um den Verstand, der den Streichen des Wollzwergs einfach nicht gewachsen ist – und damit den Zorn des Bauern auf sich zieht.

Shaun hatte seinen ersten Auftritt in der Kultserie „Wallace & Gromit“ um einen verschrobenen Erfinder und seinen cleveren Hund. Dort wurde es versehentlich kahlgeschoren und hatte seitdem seinen Namen weg – in Anspielung auf des englische „shorn“, geschoren. Inzwischen hat sich die mähende Nervensäge selbstständig gemacht und ebenfalls zur Kultserie gemausert, der Klein und Groß gleichermaßen verfallen sind.

Neben Slapstick und Situationskomik bieten die Abenteuer des wolligen Wichtes jede Menge Anspielungen auf Filmklassiker, wie Superman, E.T., Rocky, Der weiße Hai u.a. Die Erlebnisse der Herde unter der Führung Shauns sind so aberwitzig wie komisch und haben durch die Stop-Motion-Technik einen besonderen Reiz. Die bewegten „Knete-Männchen“ reißen auch im Zeitalter computeranimierter Comics vom Hocker!

Hier kommen Shaun-Fans auf ihre Kosten:
Shaun das Schaf

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bildquelle: Leinwandbild – Shaun das Schaf

Cal: Eine Geschichte von Liebe und Tod

Publiziert am 4. Januar 2013

Ein junger Mann und eine reife Frau, eine Liebe, die es nicht geben darf, in einem Land, in 001864516-caldem ein Menschenleben nichts wert zu sein scheint. Bernard MacLavertys Roman aus dem Jahr 1983 thematisiert denNordirlandkonflikt am Beispiel des 19-jährigen Cal McCluskey, Arbeitersohn, ruhig und verträumt, der, ohne es recht zu wollen und zu begreifen, mitten hinein in die Kämpfe schlittert. Als Katholik im protestantischen Viertelhat er es nicht leicht. Sein Vater ist ihm keine große Hilfe, die Mutter tot. Einsam, wie Cal ist, sucht er Anschluss und findet ihn ausgerechnet in der IRA, der paramilitärischen Irish Republican Army.

Im Abstand von bald 30 Jahren stellt der Roman eine Zeitreise dar in einen der längsten und blutigsten Konflikte in der jüngeren europäischen Geschichte. Was in Nordirland geschah, ist mit dem Verstand kaum zu fassen.Katholiken und Protestanten standen sich feindlich gegenüber und bekämpften sich bis aufs Blut. In diesemBürgerkrieg, der bis 1998 tobte, verloren fast 4.000 Menschen, größtenteils Zivilisten, ihr Leben infolge der Gewalt.

Ausgelöst wurden der Konflikt durch die Teilung Irlands und die Unabhängigkeit des südlichen Teils als Freistaat 1921 (ab 1948 Republik Irland). In dem bei England verbliebenen nördlichen Teil strebten die katholischen Nationalisten eine Loslösung von Großbritannien und eine Vereinigung mit der Republik Irland an, während die protestantischen Unionisten Teil des britischen Königreichs bleiben wollten. Als sich in den 1970er-Jahren die englische Armee einschaltete, eskalierten die Auseinandersetzungen. Attentate, Brandstiftung und Straßenkämpfe waren an der Tagesordnung. Die Spirale der Gewalt endete erst 1994 mit einem Waffenstillstand der IRA.

Vor diesem Hintergrund spielt sich die Liebesgeschichte zwischen Cal und der wesentlich älteren Marcella Morton ab – Witwe eines IRA-Opfers, bei dessen Ermordung Cal das Fluchtfahrzeug fuhr. Ebenso zerrissen wie das Land, ist auch der Titelheld. Cal lehnt Gewalt ab, sieht sich aber seinen „Freunden“ von der IRA gegenüber in der Pflicht, die ihn aus der Vereinsamung rissen. Der innere Kampf zwischen Loyalität und Ausstiegswillen stürzt ihn in schwere Gewissensnöte.

Pat O’Connor verfilmte 1984 dieses packende Polit-Liebesdrama, mit Helen Mirren als Marcella und John Lynch als Cal – leider nicht mehr erhältlich, außer mit viel Glück als Video auf Flohmärkten oder bei Online-Auktionen. Der Soundtrack allerdings hat überlebt, Mark Knopflers einzigartige Mischung aus Irish Folk und melancholisch-meditativer Gitarrenmusik.

Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger

Eine Kindheit ohne Janosch? Niemals!

Publiziert am 4. Januar 2013

Ein kleines Haus am Fluss, ein Schaukelstuhl, ein Wald, in dem man Pilze findet… Was will man mehr? Eigentlich nichts, doch der Duft von Bananen zieht Janoschs berühmteste Helden, den kleinen Bären und den kleinen Tiger, hinaus in die Welt. Panama, das Ziel ihrer Sehnsucht, erreichen sie zwar nie, dafür treffen sie nette Leute und finden am Ende doch tatsächlich ein kleines Haus am Fluss, mit Schaukelstuhl und einem Wald voller Pilze…

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»Oh, wie schön ist Panama« brachte Janosch den großen Erfolg und den Deutschen Jugendliteraturpreis. Wer solch zu Herzen gehende Idyllen erschaffen kann, muss doch selbst auf eine glückliche Kindheit zurückblicken, denkt man. Doch das Gegenteil ist der Fall. 1931 im oberschlesischen Zabrze geboren, hatte Janosch, eigentlich Horst Eckert, einen trinkenden und schlagenden Vater und eine strenge Erziehung zu ertragen. 1945 flüchtete die Familie in den Westen. Horst lernte Schlosser, arbeitete in Textilfabriken und versuchte sich nach einem Zwischenstopp in Paris an der Kunstakademie in München – ohne Erfolg.

Die Begegnung mit dem Verleger Georg Lentz brachte die Wende. Lentz machte Horst Eckert zu Janosch und beauftragte ihn mit dem ersten Kinderbuch. Zwar war »Die Geschichte von Valek, dem Pferd« noch kein Erfolg, aber die Richtung stimmte schon mal. Die entscheidende Idee für »Oh, wie schön ist Panama« hatte Janosch auf Ibiza: Bär und Tiger glauben sich am Ziel ihrer Reise, obwohl sie einfach nur eine Runde im Kreis gewandert sind.

»Die Maus hat rote Strümpfe an« war der erste große Janosch-Sammelband: kurze und lange Geschichten und Reime in schönster Janosch-Manier – frech und witzig, anrührend aber nie kitschig und voller Sätze, die in ihrer Einfachheit echte Weisheit verkünden.

Heute lebt Janosch auf Teneriffa. Interviews gibt er ungern und wenn, dann erfindet er gerne mal was dazu. In dieser Hinsicht ist er seinen Figuren treu geblieben, die sind auch gut im Erfinden. Aber ganz egal wie zurückgezogen Janosch jetzt lebt – seine Bücher bleiben uns erhalten, und das ist ein echter Glücksfall. Denn eine Kindheit ohne Janosch ist zwar denkbar, aber nicht erstrebenswert.

Autorin: Kathrin Kirschbaum
Bildquelle: Dirk Ingo Franke / Wikimedia Commons